Hallo,
weil alle davon reden, Musik mit dem Computer zu hören...
Ich hab mir das auch schon angehört und muss sagen, wenn das Equipment (und das Format) stimmt, dann ist mit einem CD-Player schon viel Aufwand zu treiben, dass man da ran kommt. Gut, dass ich ganz gerne vorm Regal stehe und mir was aussuche, das dann in die Hand nehme etc. ist noch ein anderes Thema, da hab ich die Oberflächem die das ersetzen kann noch nicht gefunden, für Tips bin ich offen.
Aber erstmal braucht es eine Soundkarte. Was ich seinerzeit gehört hatte war der Buffalo von Twistedpearaudio und das ist schon ne Nummer, auch kostenmäßig. Also hab ich mich nach günstigerem umgeschaut. Firewire wäre erste Wahl, hat mein Rechner aber nicht und nachrüsten treibt den Aufwand auch wieder.
Da ist mir eingefallen, dass ich mir - zunächst zum Messen - mal eine M-Audio Transit USB gekauft hatte. Die mal angeschlossen und mit EAC gerippt FLAC angehört, ist besser als man denkt, das kleine Ding.
Bei weiterem Nachdenken hat sich das Teil für ein kleines Tuning als nahezu optimal herausgestellt:
- ASIO Treiber bis Windows 7 sind verfügbar
- Das Ding ist billig - selbst wenn man's verwastelt ist noch nicht so wahnsinnig viel hin
- Zumindest in einer Richtung gehen sogar 96kHz/24Bit, das ist schon was
- Die Platine ist klein und kann in irgendwas integriert werden
- Kein unnötiger Ballast, es gibt nur was man brauch: Stereo in/out S/P-DIF in und out (optisch). Kein k-Kanäle, keine Effekte etc.
- Die Bauteile auf der Platine sind o.k. ein TAS1020 als USB-Reciever und ein AKM4584 als ADC/DAC, der ist nicht der letzte Schrei aber AKM-Dacs sind oft mal einen Blick wert (-> Playstation)
Das ist schon mal eine ganz gute Voraussetzung, wenn man dass noch bedenkt, dass das Ding so schon besser ist als man sonst für ca. 70€ erwarten darf, dann wird ein Schuh draus.
Nachteil: ein Service-Manual war auf die Schnelle nicht aufzutreiben. Das was ich bis jetzt gemacht habe, ist rein aus den Datenblättern der Bauteile abgeleitet und mit Messungen nachvollzogen. Bei der mehrlagigen Platine ist das nachverfolgen der Bahnen aber nicht immer so ganz einfach.
Also aufgeschraubt und da kam diese Platine raus
Dateianhang:
Transit2_oben_Small.JPG
Dann habe ich zuerst die beiden Ausgangskondensatoren (1) - lumpige Elkos - ausgetauscht (im Bild schon geschehen). Obwohl ich "nur" Wima MKS da hatte und die haben gerade gepasst, hat das schon noch mal etwas gebracht, klanglich.
Im nächsten Schritt habe ich die Leuchtdiode (2) rausgeschmissen, weil sie genervt hat und im Weg war. Außerdem machen blaue Leuchtdioden Augenkrebs und das ist ein sehr helles Exemplar. Das hat den Klang komplett nach vorne gebracht

...
Der nächste Schritt war es, die Spannungsversorgung aufzumöbeln. Bis jetzt bezieht die Karte ihren Saft über USB und das ist nicht unbedingt der Weisheit letzter Schluss. Der günstigste Punkt, eine Versorgungsspannung einzuschleifen erschien mir der Elko (3). Der liegt am Eingang der Versorgungsspannung zwischen den +5V und Masse vom USB, ist ohnehin recht klein (und billig), schreit also danach ersetzt zu werden. Weil ich keinen anderen mit 2,5mm Rastermaß da hatte, ist jetzt ein 47u/25V vom Conrad reingekommen, wird aber "besser" werden. Zweck der Übung war es zunächst mal, dass die Beinchen unten raus schauen un man da mit einer exteren Spannung dran kann.
Dateianhang:
Transit2_unten_Small.JPG
(Die Löstelle links unten bei den Ausgangskondensatoren hat wenig Zinn, ist aber o.k.)
Jetzt muss noch die USB-Spannungsversorgung abghängt werden. Ich hab mich für die brachiale Lösung entschieden und den Pin von der Buchse einfach entfernt.
Dateianhang:
Transit2_USB_Small.JPG
An alle Hasenfüße, die nachbauen wollen: Jetzt ists vorbei mit der Karte wie sie war. Man kann die Operation zwar eher Minimalchirurgisch durchführen, aber wenn man Angst hat, sollte man lieber ein USB-Kabel um die 5V Leitung erleichtern.
Als Spannungsversorgung hatte ich gerade auch nicht viel da, also schnell einen 7805 mit ein paar Kondensatoren und C-R-C Siebung auf Lochraster versehen, ist auf jeden Fall schon mal besser als USB. Und los gehts: Das was man jetzt hört, das ist schon ein Wort!
Aber es geht noch mehr: Die Ausgangsstufe! Jetzt steckt da ein eher mittlerer Op (Teil 4 im Bild ganz oben) drin, der vermutlich hauptsächlich danach ausgewählt wurde, dass er im Kostenrahmen bei 5V/0V Spannungsversorgung noch halbwegs anständig läuft (lm722).
Der AKM4584 hat einen Spannungs-Ausgang, der hier auf ca. 2V Offset eingestellt ist. Also würde, abhängig von dem was danach kommt, eigentlich ein Koppelkondensator reichen. Ich hab mich für meinen Aufbau aber für einen externen Ausgangsbuffer entschieden. Weil ich ihn schon aufgebaut da hatte, habe ich einen JFet-Buffer von Mike Bittner entschieden aber jeder andere Buffer tut's eigentlich auch (B1 z.B.). Um das Ausgangssignal möglichst unverfälscht zu bekommen, habe ich mich dazu entschieden, den OP auszulöten und die Pads vom OP zu nehmen um Kabel dran zu befestigen.
Da kam ein Problem: das Lot, das die bei M-Audio verwenden, macht es dem Bastler nicht unbedingt leicht, ich hab über 400° gebraucht um das Zeug flüssig zu bekommen. Beim OP war ich etwas ungeduldig und hab ein Pad von der Platine abgerissen. Und welches? Genau, das eine Einganspad vom OP, bei den nderen 6 Stück wäre es ja egal gewesen. Jetzt musste ein anderer Kontakt her. Zum Glück gibt es neben dem OP eine Durchkontaktierung, in die man mit etwas Geduld einen Draht einlöten kann und an die hab ich dann mein Ausgangskabel angelötet. Ist nicht schön aber selten. Ein Bild davon hab ich jetzt nicht gemacht
Das Ding habe ich jetzt so einfach laufen lassen - in meiner Begeisterung habe ich dabei noch einen Fehler gemacht, nämlich den Koppelkondensator zum Buffer hin vergessen, so dass der mit einem Offest von 2V nicht unbedingt im optimalen Bereich läuft. Aber das Teil tut verdammt gut.
Zu einem Freund geschleppt, der ordentlich ausgerüstet ist und mit einem Buffalo und einem schwer professionell modifizierten VRDS verglichen. O.k. da ist schon noch eine Lücke, aber die ist so, dass man sie nur im A/B Vergleich wahrnimmt, mit dem Teil kann man richtig gut Musik hören,
Und dabei besteht am momentanen Aufbau noch Optimierungspotenzial bei der Spannungsversorgung, bei den Elkos auf der Platine und beim vergessenen Koppelkondensator.
Weitere Schritte wären jetzt:
- Analoge und digitale Spannungsversorgung auftrennen, aber das trau ich mich ohne Schaltplan nicht recht. Obwohl, der einzige analoge Teil auf der Platine ist die Ausgangsstufe des AKM, kann man da nicht Füßchen hochbiegen und direkt drangehen?
- Die Elkos auf der Platine pimpen.
- Den Eingang puffern und mit vernünftigen Buchsen ausstatten.
- Clock modifizieren? Da hab ich aber zu wenig Ahnung von.
- Den Digitalen Eingang und den Ausgang auf Chinch umbauen, dann kann man auch mal mit anderen Wandlern ran.
...und natürlich ein ordentliches Gehäuse, aber da bin ich schlecht.
Was ich auch mal versuchen wollte, war LPs aufnehmen, kennt jemand eine Software, die mit Asio Treiber aufnimmt für lau?
Und gerippte CDs mal auf 88,2 kHz mit einem sanften Algorithmus hochrechnen.
Aber ich hab grad so viele Projekte offen (und so wenig Zeit).
So jetzt ists recht lang geworden, hoffe es bereitet etwas Laune.
Viele Grüße
Flo